Nachdem in den Jahren 1964 und 1965 die ersten Weltmeisterschaften jeweils in London stattfanden war die Stadt Lafayette 1966 in den USA Gastgeber. Wie erwartet gewann einmal mehr Judy Wills bei den Damen und bei den Herren der nach ihm benannte Doppelsalto gestreckt mit Dreifachschraube Miller. Damals war die Federation International Trampoline (FIT) als Veranstalter verantwortlich. Sie existierte von der Gründung 1964 in Frankfurt bis zur Verschmelzung mit der FIG im Jahre 1999 letztlich 35 Jahre. Dieser Schritt wurde schließlich zur Jahrtausendwende erforderlich, um ins Programm der Olympischen Spiele als Sportart aufgenommen zu werden.
Text: Heinz-Peter Michels

In den USA entwickelte sich in den fünfziger Jahren der Trampolinsport in verschiedene Richtungen. So fanden erste Wettkämpfe statt, doch auch die US-Piloten und zukünftigen Astronauten wurden auf dem federnden Tuch ausgebildet. Insbesondere Zirkusartisten und vermehrt Show Gruppen nutzten das Gerät für alle möglichen Auftritte. Auch bei uns wurden in dieser Zeit erste „Wurfmaschinen“ in Eigenarbeit gebaut und zu verschiedenen Anlässen eingesetzt. Mit dem ASV Süchteln im Westen sowie ESV Lok Zwickau im Osten stehen zwei Vereine für die anfängliche Entwicklung in Deutschland.
Noch zehn Tage, dann beginnen die Olympischen Spiele in Brasilien. Und die weltweit größte, sportliche Veranstaltung wirft bereits unübersehbar ihre Schatten voraus. So wird die Trampolin Olympiasiegerin der letzten Sommerspiele in London 2012 Rosi MacLennan bei der Eröffnungsfeier mit dem Einmarsch der Nationen die Flagge Kanadas tragen. Eine Woche später stehen dann die Wettkämpfe auf dem Programm. Am Freitag den 12. August werden die männlichen Wettbewerbe ausgetragen, tags darauf dann die des weiblichen Geschlecht. Wie schon an den letzten drei Austragungsorten sind jeweils 16 Damen und Herren zugelassen, wobei sich allein 50% aus Europa qualifizierten konnten. In Rio de Janeiro ist der Trampolinsport zum fünften Mal beteiligt.
Das DTB World-Cup Team machte auf dem Rückweg aus Italien eine kurze Rast am Gardasee. Nach den anstrengenden Belastungen in Brescia war dies sicherlich eine willkommene Gelegenheit den Akku wieder aufzuladen. Am vor uns liegenden Wochenende werden sie dann erneut gefordert, wenn in der Schweiz die nächste Station im „World-Cup Zirkus“ angesagt ist. Im weltweit bekannten Urlaubsort Arosa wird übrigens parallel der Nissen-Cup stattfinden, jedoch nur für Junioren. International die wohl älteste Trampolin Veranstaltung, die jedoch inzwischen interessanterweise auch auf EUROTRAMP Geräten ausgetragen wird.
Ein „begnadeter“ Trampolinturner der ersten Stunde ist dieser Tage im Alter von knapp 70 Jahren nach schwerer Krankheit verstorben. Peter Latton stieg Ende der sechziger Jahre in die nationale Spitze auf, er trainierte dereinst u. a. beim ersten Bundestrainer Werner Lohr in Salzgitter. Dort heiratete er die junge, aufstrebende Ute Czech und nach seiner beruflichen Ausbildung, er studierte Lehramt für Grund- und Hauptschulen, zog es ihn nach Lübeck. In der Hansestadt betreute er den Nachwuchs und war über mehrere Jahrzehnte als Trampolin Landestrainer sowie Lehrwart im Schleswig-Holsteinischen Turnverband tätig. Mit seinem Freund und Weggefährten Landesfachwart Chris Köhne prägte er entscheidend die Entwicklung des Trampolinturnens im „hohen Norden“. Für Peter Latton war das Trampolin eine Herzensangelegenheit und Mission zugleich, für die er gelebt hat.