Sprung ins Kanzleramt

Mit sechs Jahren meldete sich die heutige Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock (40) vom allgemeinen Kinderturnen kommend in die damals ebenfalls noch junge Trampolin Gruppe des TSV Pattensen an. Abteilungsleiterin und zugleich Trainerin war dort seinerzeit Dorothée Christlieb, die wiederum später auch über die Grenzen Niedersachsens hinaus tätig war, so national als Jugendwartin im Technischen Komitee des Deutschen Turner-Bund (DTB) sowie als internationale Kampfrichterin. 

 

Annalena erlernte fortan vor den Toren der Landeshauptstadt Hannover bei ihrer Heimtrainerin nicht nur alle Sprünge des Elementarbereich, sondern auch diverse, schwierigere Salti, bevor sie dann regelmäßig und erfolgreich an Vereins,- Kreis,- Bezirks- und Landesmeisterschaften teilnahm. National erreichte sie mit ihrem Vereins-Girls Team das Finale der Deutschen Trampolin Mannschaftsmeisterschaft. Zu den DM Titelkämpfen 1999 im Doppel-Mini-Tramp Springen trat sie altersbedingt inzwischen bei den Damen an und der Gewinn der Bronzemedaille war der verdiente Lohn ihrer mit Tempo und Mut vorgetragenen Durchgänge. Zudem startete sie mit ihrem Club einige Jahre in der II. Bundesliga. Internationaler Höhepunkt war neben diversen, offenen Vereinsturnieren in Europa zweifelsohne die Teilnahme an den Trampolin Weltjugendspielen in Portugal. Da gehörte sie im Jahre 1994 zur Delegation des DTB (Foto), mit der sie an den World-Age-Group-Competition (WAGC) in der Stadt Villa do Conde teilnahm. Annalena konzentrierte sich auf den Schülerinnen Synchron Wettbewerb und zeigte samt ihrer Partnerin Katharina Ludwig in ihrem Kürprogramm Sprünge wie Schraubensalto, Rudolph, Eindreiviertel, Doppelsalto und Fliffis.

 

Nach dem Abitur wurde es dann während der Studentenzeit sportlich ruhiger um sie, ihr späterer Wechsel zum englischen Studienort brachte letztlich gar das Aus liebgewordener Trampolin Atmosphäre. Zwischen der damaligen Phase zur Jahrtausendwende sowie der aktuellen Pandemie Zeit entwickelte sich inzwischen eine neue Springer Generation, der wir jedoch die zurück liegenden Ereignisse nicht vorenthalten möchten. So hat seither ihre damalige Trainingspartnerin Monika Jirjahlke die Verantwortung der nun nahezu 40 Jahre existierenden Trampolin Gruppe des TSV Pattensen übernommen.

 

Annalena ist nunmehr parteipolitisch äußerst aktiv und populär zugleich, ja zu einer Person gereift, die durchaus zu weiteren Höhenflügen fähig scheint. Schließlich setzt sie aktuell zum ganz großen Sprung an, mit dem sie zielgerichtet ins Kanzleramt schweben möchte. Darüber entscheiden jedoch nicht mehr die Kampfrichter, sondern im Herbst die Wähler.

 

 

Text: Heinz-Peter Michels 

70 Jahre Süchteln

Georg Nissen, einst amerikanischer Artist, gilt hinlänglich zugleich als Erfinder, Konstrukteur und Erbauer des Trampolin. Bereits Ende der 1920-ziger Jahre begann er in den USA einschließlich seiner Freunde mit den ersten Aktivitäten. Im nächsten Jahrzehnt folgten bereits Vorführungen sowie Wettbewerbe, ja amerikanische Piloten nutzten es als Trainingsgerät.

Am linken Niederrhein wiederum begann unabhängig von dieser Übersee Entwicklung eine Gruppe ehemaliger Turner damit, ein Sprunggerät zu bauen. Der erste Versuch 1948 musste abgebrochen werden, da sich der Holzrahmen als ungeeignet erwies. Der nächste Schritt für Albrecht Hurtmanns samt seiner Riege war dann 1949 ein Metallrohr-Rahmen. Für das zu knotende Sprungtuch diente ein Fischernetz als Vorbild, zerschnittene Autoreifen bzw. Schläuche wiederum sollten Zug und Spannung bringen. Mit Auftritten im Vereinslokal sowie beim Süchtelner Bergturnfest 1950 erste Sprünge in der Öffentlichkeit. Als Folge entstand dann 1951 bei der Turnerschaft Germania die Gründung der ersten Trampolinabteilung in Deutschland. Durch verschiedene Fusionen gab es Namensänderungen und so springt man aktuell beim ASV Einigkeit Süchteln inzwischen seit 70 Jahren.

Ähnlich die Entwicklung in Sachsen, wo in der Lehrwerkstatt des Eisenbahnwerks in Zwickau nach mehreren Versuchen 1952 eine Konstruktion entstand die es erlaubte, „hohe“ Sprünge zu machen. Fotos von ersten, öffentlichen Auftritten 1953 im städtischen Stadion sowie ein Jahr später beim Besuch des sowjetischen Generalsekretärs Nikita Chrustschow auf dem Stalinplatz legen Zeugnis dieser frühen Jahre ab. Die Trampolinspringer sind heute noch aktiv und starten bei Wettbewerben für den ESV Lokomotive Zwickau.

Und so ging es schrittweise weiter. In Essen „baute“ Alfred Gockel ein Trampolin und auch er hatte mit der Entwicklung zu kämpfen. Doch 1955 war er dann soweit und beim TuS Altenessen bildete er schon früh eine Springertruppe.

Mitte der 50-ziger Jahre dann der eigentliche Durchbruch in Europa. Die US Firma Nissen präsentierte bei einer kontinentalen Werbetour in mehreren Nationen, so auch an diversen Orten der Bundesrepublik, das von ihnen inzwischen professionell hergestellte Trampolin. Der Transport fand übrigens auf dem Autodach statt.

So nahm seither eine neue, zugleich moderne Turnsportart ihren Lauf. Und mit der weltweit führenden schwäbischen Firma Kurt Hack EUROTRAMP, die inzwischen auch schon seit 60 Jahren Trampoline produziert, hat eine nahtlose Weiterentwicklung des Trampolin in Deutschland stattgefunden. 

 

Text: Heinz-Peter Michels

Weltrekord

Zu Zeiten der Fernsehsendung „Wetten dass…?“ mit Thomas Gottschalk zeigte ein Kandidat einst Flick-Flack bzw. Salti in einer herkömmlichen Abfalltonne. Diese Performance wurde seitens der Record Holders Republic (RHR), eine der weltweit großen renommierten Enzyklopädien, analog Guiness Book of Worldrecords, registriert. Im letzten Sommer dann im ZDF Fernsehgarten die Herausforderung durch die Geschwister Julius und Lilli, Kinder des DMT Europameisters früherer Jahre Christian Pöllath.

In der Pandemie Zeit wurden im Frühjahr erstmals die Hallen geschlossen und so entwickelte sich die Aktion. Ja, die Erfindung der One-Man-Show im One-Man-Gym, der Ein-Personen-Turnhalle, musste her, um turnerische und auch trampolinspezifische Grundlagen weiter zu trainieren. Der Auftritt wurde schließlich dem ZDF angeboten und zugleich bei RHR angemeldet. Da bei dem einminütigen TV Live Versuch im Fernsehgarten dann mit 18 Rotationen eine Drehung (Salto) mehr als bisher heraus kam, führte er somit zum neuen Weltrekord. Dieser wurde neuerlich nun auch schriftlich durch RHR per Urkunde dokumentiert, ja sie suchen inzwischen weltweit weitere Herausforderer.

Die beiden hoffnungsvollen Nachwuchsspringer Lilli & Julius sind Eigengewächse und gehörten zu den ersten Kindern der Sonntagsgruppe Flying Kids. Nicht wenige nennen die dort mit großer Freude betreuten, noch nicht schulpflichtigen Hüpfer auch Pampers-Riege, ein Gemeinschafts-Projekt zwischen dem Show-Duo Flying Bananas sowie der Trampolin Leistungssportgemeinschaft Frankfurt FLYERS.

http://recordholdersrepublic.com/wheelie-bin.html

Text: Heinz-Peter Michels

Schnitzelgrube

Nun steht auch im Trampolin Leistungszentrum Bad Kreuznach den Sportlern eine Schaumstoff Schnitzelgrube zur Verfügung. Nachdem bereits im Jahre 2019 der dortige Stützpunkttrainer Steffen Eislöffel den Wunsch formulierte ging es dann schrittweise an die Realisierung. Der erste Kostenvoranschlag war finanziell nicht zu stemmen und daraus entwickelte sich ein gemeinschaftliches Projekt der Mitarbeit. Erleichternd hinzu kam im abgelaufenen Jahr pandemiebedingt die zeitweise Schließung der Halle für den laufenden Trainingsbetrieb. Viele derzeitige und auch ehemalige Sportler konnten mit eingebunden werden und im November 2020 erfolgte dann die Fertigstellung. Bis zum Weihnachtsfest wurde die Anlage getestet und inzwischen für einwandfrei befunden. Nicht nur die Sportler sondern auch Trainer sowie die weiteren Organisatoren und Funktionsträger sind sehr zufrieden. Ihre Erwartungen wurden erfüllt und zur weiteren Entwicklung der Springer sind sie einen entscheidenden Schritt weiter gekommen. Glückwunsch nach Rheinland-Pfalz doch insbesondere an den MTV Bad Kreuznach.

 

Text: Heinz-Peter Michels

Seuchenjahr ade

Ein in jeder Beziehung grausiges Jahr ist zu Ende und wer denkt schon freudig darüber nach. Im Gegenteil, wir alle waren sowohl von Corona als auch vom damit einhergehenden Lockdown betroffen, der eine mehr, der andere etwas weniger. Vielleicht sollten wir das Seuchenjahr möglichst schnell vergessen. Lasst uns lieber hoffnungsvoll in die Zukunft schauen und dem neu entwickelten Impfstoff vertrauen, der da dieser Tage erstmals eingesetzt werden kann.

Zwar war vor Ausbruch der Pandemie sicherlich auch nicht alles Gold was glänzt. Die nun vor uns liegende Zeit sollten wir daher nicht verstreichen lassen und aus diesen Fehlentwicklungen lernen, somit eine entsprechend korrigierte Planung angehen. Da gilt 2021 sicherlich zunächst noch einmal als Übergangsphase, jedoch sollten wir die sich bietende Chance nutzen.

In diesem Sinne in Reimform ein paar mahnende Zeilen verbunden mit dem Wunsch auf einen guten Rutsch ins neue Jahr.  

 

Das Seuchenjahr zu Ende,

wir reiben uns die Hände?

Doch keinesfalls zu früh,

Sonst gehn wir in die Knie.

Denn noch ist Vorsicht angesagt,

Covid mutiert, hat nicht gefragt.

 

Die Wettkampfpläne mit bedacht,

damit es nicht erneut reinkracht.

Verantwortung muss oben stehn,

die Klinik wollen wir nicht sehn.

Gesunde Kinder in der Halle,

wünschen wir uns schließlich alle.

 

Der Profisport ne andre Welt,

getestet wird für sehr viel Geld.

Vergleich mit uns nicht angebracht,

im Training auch schon mal gelacht.

Denn freudbetontes springen,

soll oftmals uns gelingen.

 

Zweckoptimismus beim I O C,

die verschobenen Spiele tun noch weh.

Fernsehverträge lasten schwer,

nicht nur Japaner trifft dies sehr.

Kein internationaler Flugverkehr,

Die Tribünen in Tokio bleiben wohl leer.

 

Bei den Ballsportarten wird getäuscht,

Applaus vom Lautsprecher als Geräusch.

Bunte Werbebanner auf den Stühlen,

oder Pappkameraden die nichts fühlen.

Etwas mehr Geduld lautet unsere Maxime,

in der überschaubaren Trampolin Familie.

 

Text: Heinz-Peter Michels

DSINA

Eine neue Website geht dieser Tage online und kein geringerer als David Pittaway (München) hat sie entwickelt. Der aus England stammende Trampolin Experte war nahezu 20 Jahre Landestrainer in Bayern, bevor er sich zur Jahrtausendwende gesundheitlich zurück nehmen musste. Im Jahre 2017 dann ein neuer Anlauf, Teamchef im Deutschen Turner-Bund. Doch die Wege gingen bereits im Folgejahr auseinander. Sein zweifelsohne großes Fachwissen möchte er jedoch gerne an die jüngere Generation weitergeben. Aus diesem Grund entstand DSINA. Dazu schreibt er höchstselbst: 

„Was ist aus David Pittaway geworden? Was macht er heute? Aus den Erfahrungen der letzten Jahre ist eine gegenwärtige Tätigkeit als ‚Inhaltsanbieter, Analyst, Podcaster, Vlogger & Blogger ‘ entstanden. Auf https://dsina.de/ findet eine regelmäßige Berichterstattung statt.

Was bedeutet ‚DSINA‘?

‚DSINA‘ ist ein Akronym, sprich ein Titel wird auf seine Anfangsbuchstaben heruntergekürzt, und so entsteht ein neues Wort. ‚DSINA‘ steht für ‚Dabei Sein Ist Nicht Alles‘

Der erste Podcast, Vlog & Blog ist in diesen schwierigen Zeiten ein sehr persönliches Statement der erklärt, wie es zu diesen Tätigkeiten gekommen ist.  

Die neue Trampolinseite ‚DSINA‘ beschäftigt sich mit der Verbreitung von Informationen zur Bewusstseinsbildung und Weiterbildung in Punkto Leistungssport/Trampolinturnen. Bis jetzt gibt es in der Vorbereitung einen ersten Bericht ‚Covid 19‘ und einen weiteren ‚Das Vorhaben für das Jahr 2021‘ für Dezember 2020. So, hofft die Seite wird mehr Verständnis auf breiter Basis für das Offensichtliche gewonnen, dringende Korrekturen wieder aufgegriffen, eingeleitet und umgesetzt.

All das und mehr ist ab Montag, den 07. Dezember zu sehen, hören und lesen“.

 

Text: Heinz-Peter Michels