Die Trampolin Einzel Goldmedaillen bei den 35. Weltmeisterschaften gewannen am Abschlusstag Bryony Page (GBR/Foto) und Langyu Yan (CHN). Damit fanden die Welttitelkämpfe einen vorerst krönenden Abschluss in Aserbaidschan. In dieser Woche schließen sich die World-Age-Group Competition (WAGC) an und halten die Zuschauer in Baku weiterhin in Atem. Deutschland war nach fünf Jahren Unterbrechung wieder in den Synchron Wettbewerben am Start und gewann prompt bei den Herren die Silber Medaille. Doch bei einem kurzen Fazit muss auch erwähnt werden, dass alle fünf DTB Sportler jeweils einen Kürabbruch zu verzeichnen hatten und somit keine weitere gute Platzierung zu vermerken ist. Hier gilt es insbesondere mehr Stabilität in die Übungen hinein zu bekommen, nur dann ist der Anschluss an die internationale Spitze wieder möglich. Von den 30 beteiligten Nationen flogen immerhin 15 mit Medaillen zurück in die Heimat.
Text: Heinz-Peter Michels
Einzel
61,825 CHN Langyu YAN
60,620 JPN Ryusei NISHIOKA
60,385 BLR Aleh RABTSAU
56,235 GBR Bryony PAGE
55,815 CHN Yunzhu CAO
55,800 RUS Iana LEBEDEVA
Synchron
52,930 BLR
52,290 GER
52,050 FRA
50,190 CHN
49,630 JPN
46,670 POR

Der Allgäuer Matthias Pfleiderer erlernte das Trampolinspringen einst bei seinen Eltern im TV Immenstadt. Später zog es ihn ins Leistungszentrum München und inzwischen trainiert er im Stützpunkt Schwaben, er schloss sich dem MTV Stuttgart an. Matthias hat aus DTB Sicht die beste Bilanz bei der Weltmeisterschaft in Baku vorzuweisen. Zunächst kämpfte er sich in der Qualifikation mit überzeugenden Übungen als einziger Deutscher ins Semifinale, dort patzte er jedoch in der Mitte seiner Kür und landete letztlich auf dem 18. Platz. Doch der große Wurf gelang ihm am Freitag mit Partner Fabian Vogel als zweitbestes Herren Paar in den Synchron Vorkämpfen. Es folgte am Vorabend des Abschlusstages in Aserbaidschan das Finale, zu dem ihnen alle FFT User -natürlich in der Hoffnung auf eine Medaille- ganz fest die Daumen drückten. Sie konnten tatsächlich den zweiten Platz verteidigen und kehren nun als Vizeweltmeister heim. Herzlichen Glückwunsch.
Mit den Qualifikationswettkämpfen startete am Donnerstag die Trampolin Weltmeisterschaft in Baku. Für die DTB Sportler konnte es holpriger gar nicht beginnen. Leonie Adam mit Kürabbruch und infolgedessen weit abgeschlagen auf dem 47. Platz. Und auch die Herren erwischte es, Matthias Schuldt (71.) und Fabian Vogel (60.) konnten ihre geplante Kür nicht durchstehen. Da machte es Tim-Oliver Gesswein schon besser, er landete auf dem 28. Rang und scheiterte nur knapp am Halbfinale. Darin ist am Samstag Matthias Pfleiderer vertreten, denn mit leicht reduziertem Schwierigkeitsgrad steht er im Ranking auf dem 17. Platz. Unter diesen Aspekten ist natürlich auch das Teamergebnis zu sehen, Platz 5 war durchaus möglich, doch nun rangieren unsere Turner auf dem 12. Platz.
Am Donnerstag starten in Baku die Wettkämpfe der 35. Trampolin Weltmeisterschaft. Sowohl für die Damen als auch für die Herren zunächst die Einzel Qualifikationen, die aber gleichzeitig auch die Team Vorkämpfe mit beinhalten. Insgesamt ein dreistündiger Zeitunterschied zu unserem osteuropäischen Organisator in Aserbaidschan. Unsere einzige Turnerin Leonie Adam wurde in die Gruppe 11-12h gelost, die vier DTB Turner Fabian Vogel, Matthias Pfleiderer, Tim-Oliver Gesswein sowie Matthias Schuldt dann von 16-17 Uhr.
Die DTB Trampolin Delegation hat den Wettkampfort der Weltmeisterschaft in Baku inzwischen erreicht und zugleich mit den ersten Trainingseinheiten begonnen. Jedoch ohne die amtierende Deutsche Meisterin Aileen Rösler, die recht zuversichtlich in die Endvorbereitung ging. Dort jedoch mit mentalen Sprungproblemen zu kämpfen hatte und infolgedessen die Reise nach Aserbaidschan nicht antrat. Somit ist bei den Damen nur Leonie Adam im Einzel am Start. Die geplante Synchron Teilnahme fällt folglich dieser Tatsache geschuldet leider zum Opfer. Bei den Herren sind alle vier Springer wohlauf. Allen voran der nationale Champion Fabian Vogel, doch auch Matthias Pfleiderer, Tim-Oliver Gesswein und Matthias Schuldt. Sie kämpfen sowohl im Einzel, beim Teamwettbewerb und in zwei Synchron-Paaren. Im Doppel-Mini-Tramp Springen ist der DTB nicht vertreten, Daniel Schmidt fehlt verletzungsbedingt und seine qualifizierte Partnerin Antonia Quindel verzichtete, da sie die vom DTB geforderten sehr hohen Teilnahmekosten nicht aufbringen konnte.
In Schleswig-Holstein war der am letzten Wochenende verstorbene Erwin Pöllath (86) ein Vierteljahrhundert tätig. Der aus Bayern stammende Bundeswehr Pilot gründete die Trampolin Abteilung beim TSV Rendsburg, nachdem er zuvor im Wasserspringen nicht nur sehr aktiv sondern erfolgreich war. Mit seinem Sohn Christian gelang ihm dann als Trampolin Trainer der Durchbruch sowohl auf nationaler als auch internationaler Ebene. Zugleich engagierte er sich im Landesfachausschuss des SHTV, lange Zeit als Kampfrichter Chef, aber auch als Stellvertreter an der Seite des wiederum zum Jahreswechsel verstorbenen Christian Köhne. Zuletzt unterstützte er den MTV Heide beim Aufbau einer Trampolin Gruppe. Doch seit etwa zwei Jahrzehnten zog er sich aus der Trampolin Szene zurück und lebte im hohen Norden als Rentner an der Seite seiner Frau Rosi.